Neues Geschäftsmodell?

von Lizzy 27 06 2007

Wir frisieren gerade unseren Business Plan…. und bei nem kurzen “Interim-Kassensturz” stellen wir fest, daß wir zwar bisher im Budget liegen, sich das bis Ende des Jahres allerdings durchaus ändern kann und daß es ziemlich einfach ist, Geld, das gerade erst auf der Bank angekommen ist, wieder rauszuhauen (es tut nämlich irgendwie gar nicht weh…physisch mein ich). Schneller weg als man denkt…

Und da lese ich: Dukudu für gut 43k (36k netto) vertickert. Bei angegebenen Entwicklungskosten von 25k (ok, wahrscheinlich plus Opportunitätskosten für die Gründer, die hier nicht drin sind) doch echt n ganz guter Deal!*

Die Frage ist - was für ein Signal sendet das aus? Finden wir demnächst täglich Web 2.0 Projekte auf ebay, die für einen ordentlichen Zuschlag vertickert werden wollen? Nicht, dass ich das momentan für unser Projekt sehe, aber in einem nächsten Leben ist das ein durchaus interessantes Geschäftsmodell:
- eine gute Idee haben (daran scheitert es ja schon bei vielen)
- sie gut auf die Straße bringen (auch hier bin ich immer wieder überrrascht, wie oft an dem Punkt Leute mit eigentlich sehr guten Ideen immer wieder verhungern)
- ein wenig die Marketingmaschine anwerfen (auch ne Kunst)
- die ersten User einsammeln

-> und schwups, nach wenigen Wochen das Ding an andere vertickern, die froh sind, ein schon lebendes Produkt zu bekommen. Und dann mit dem Geld das nächste Projekt anstoßen. Warum nicht?


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4 Antworten zu “Neues Geschäftsmodell?”

28 06 2007
Kreon (10:12:53) :

…guter Punkt, Lizzy…latent sehe ich diese Tendenz als größte Gefahr für Web 2.0…Wie viele der heutigen Web 2.0 Gründer wollen ihre Geschäftsidee noch in, naja sagen wir mal, 5 Jahren betreiben und mit der eigentlichen Idee Geld verdienen?…oder ist das eigentliche Geschäftsmodell von Web 2.0 sich nach paar Monaten kaufen zu lassen?

28 06 2007
Axel R. (15:52:46) :

Naja es wurden 25K Entwicklungskosten, unzählige Arbeitsstunden, viel Kreativität, Mieten (evtl.Hardware, Software) und sicherlich auch einige Vorbereitungszeit (Erstellung Konzept etc.) in das Projekt gesteckt, so dass die 46K sicherlich nicht so viel sind. Dann noch die angesprochenen Opportunitätskosten von Lizzy und es stellt sich wirklich die Frage “Hat sich der Verkauf gelohnt?”

Der Käufer hat sicherlich ein gutes Schnäppchen gemacht, da mit steigender Userzahl das Projekt in den nächsten Monaten einiges mehr einbringen kann (Im Falle eines Verkaufs). Glaube hier wurde mehr Schadensbegrenzung betrieben und ich hoffe nicht dass es zu viele Nachahmer gibt, da kann ich mit der Aussage von Kreo nur anschließen… Wird spannend sein zu sehen wie sich Dukudu in den nächsten Monaten entwickelt!

28 06 2007
Fritz (19:29:32) :

In ein paar Monaten werden uns die “Community”-Seiten erschlagen, wenn sie es nicht jetzt schon tun. Ich habe mal bei Dukudu reingeklickt und mich gewundert, wofür da jemand Geld gezahlt hat. Sicher, die Implementierung der Funktionalität kostet das Geld, ist halt so. Aber ein weiteres inhaltsleeres “Community” Laberforum mehr oder weniger ist das Geld meiner Ansicht nach nicht wert. Also, Glückwunsch an die Dukudu Verkäufer!

Als Geschäftmodell kann ich das nicht sehen! Da stimme ich mit Lizzy überein. Bahnbrechende Ideen sind mehr als selten, dann auch noch die Umsetzung technisch und finanziell, und noch die Vermarktung und erfolgreiche Betreibung. Dann sind wir schon bei unter 1% Überlebende … und dann noch für einen kleinen Aufschlag verkaufen?! Na….

28 06 2007
Lizzy (20:32:59) :

Moment, versteht mich nicht falsch.
Solange man die Kosten (inkl. der von Axel genannten) wieder reinbekommt… warum nicht? Sozusagen vertikale Desintegration der Entwicklungskette. Und anschieben macht viel Spaß. Allerdings muß man sich dann auch mit einer Belohnung in monetärer Form zufrieden geben und verpaßt den legendären Tag, an dem der erste Nutzer, der 1.000ste Nutzer, der 100.000ste Nutzer auf die Plattform kommt.

Ein großes, nicht ganz triviales Problem bei einem solchen Geschäftsmodell: wenn man von Anfang an auf den Verkauf nach ein paar Monaten aus ist, denkt man nicht weit genug in die Zukunft (z.B. was Funktionalitäten oder Zielgruppen angeht) - und wer das Ding “half way down the road” kauft, dem fehlt vielleicht das Herzblut so ein bisschen oder er macht es primär, um auf einen bereits fahrenden Zug aufzuspringen. Hm….

BTW - Ich denke, die Dukudu Jungs hätten lieber weitergemacht, wenn sie denn gekonnt hätten. Hört sich jedenfalls so an.
Aber dafür, dass es nicht geklappt hat, sind sie mit nem ganz guten blauen Auge davon gekomment.

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