Internet-Gründerboom in Deutschland - Ohne Copycat kein Business Angel?

von Jason 17 06 2007

In einem interessanten Artikel im Handelsblatt von dieser Woche beschreibt Jens Koenen die Situation von Deutschland als Standort für Internet Start-ups. Er verweist dabei auf den Erfolg der Copycats, also der Kopien erfolgreicher amerikanischer Internet-Geschäftsideen (ewiges Vorzeigebeispiel Alando vs. Ebay oder aktueller StudiVZ vs. Facebook oder ganz aktuell Frazr vs. Twitter oder Dawanda vs. Etsy - btw: es ist übrigens wirkllich interessant, sich mal die jeweiligen Pendants nacheinander anzuschauen;-)) und zitiert in diesem Zusammenhang Konstantin Urban, den General Partner von Holtzbrinck Ventures, Tochter eines der aktivsten deutschen Investoren, der Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck: “Wir ticken hier in Deutschland ganz ähnlich wie in den USA. Ideen, die dort erfolgreich sind, funktionieren auch hier.”

Aus diesem Grunde hätten es allerdings neue Internet-Geschäftsmodelle ohne entsprechendes US-Vorbild relativ schwer, in Deutschland Investoren zu finden. “Wir sind eben etwas vorsichtiger, vielleicht etwas risikoaverser als Venture-Capital Firmen in den USA”, meint Urban deswegen.

Sind also die Deutschen nun die “Chinesen oder Japaner der Internet-Welt” geworden und kopieren nur noch? Und nur als Copycat findet man in Deutschland finanzierungswillige Business Angels oder VCs? Ich glaube das nicht, und auch Koenen schließt eher versöhnlich und weist auf innovative eigenständige deutsche Geschäftsmodelle im Internet hin (er erwähnt z.B. My Hammer und mir fallen hier sofort Plazes ein und auch XING würde ich nicht als Linked-In-Klon bezeichnen). Er meint, dass nicht nur die deutschen Internet-Nutzer reifer und erfahrener geworden sind, sondern ebenso die deutschen Investoren, so dass vielleicht früher oder später Amerika seine Position als alleiniger Innovationsführer/-treiber im Internet verlieren könnte, wie es Michael Moritz von Sequoia über kurz oder lang erwartet.

Tja, dann bin ich ja mal gespannt, wann Sequoia das erste Mal in ein deutsches Internet-Start-up investiert? (Bei den Österreichern waren sie ja schon aktiv, wie das Beispiel Jajah zeigt). Welches von den geschätzt 150-200 Web 2.0 Start-ups, die dieses Jahr in Deutschland an den Start gegangen sind oder noch werden, wird es treffen??

Jason


Aktionen

Informationen

2 Antworten zu “Internet-Gründerboom in Deutschland - Ohne Copycat kein Business Angel?”

21 06 2007
Dennis (13:24:20) :

kurze Anmerkung: Hat Plazes nicht sein amerikanisches Pendant in frappr.com ??? Frappr gibt es schon ne Weile….

24 06 2007
Jason (14:20:04) :

Hey Dennis,

vielen Dank für den Hinweis! Kann gut sein, dass sich die Jungs von Plazes hier haben “inspirieren” lassen.

Gruß
Jason

Schreib einen Kommentar

Du kannst diese Tags verwenden : <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>




[x]
speichern & weitersagen - powered by JottsPlugs